Die Berliner Erklärung – Keine gute Idee!
von Martin Hinz
„Gut gemeint ist schlecht gemacht“ ist ein Satz,
den man in der Politik leider zu oft erleben kann.
Oft führt der Versuch, die Lebensumstände von
bestimmten Menschen zu verbessern, zum Gegenteil.
Einen ähnlichen Weg droht die zurzeit unter
Frauenpolitikerinnen herumgereichte „Berliner
Erklärung“ zu nehmen.
Sie bezeichnet sich selbst als parteiübergreifend und fordert dabei im Grunde nur eines: Eine in ihrer Höhe unbestimmte Frauenquote in der Wirtschaft. Diese Erklärung macht es sich jedoch zu einfach! Anstatt die Ursachen der Problematik zu benennen, scheinen die Initiatorinnen in alter Tradition das „Macho-Gehabe“ von Männern bekämpfen zu wollen. Dass drei Viertel aller Teilzeitstellen, aber nur ein Drittel der Vollzeitstellen von Frauen besetzt wird, scheint nicht berücksichtigt zu sein. Führungskräfte in Teilzeit sind jedoch eher selten, ganz abgesehen davon, dass nicht jeder Mensch mit Führungsaufgaben liebäugelt. Ebenso seltsam erscheint die in der Erklärung gespiegelte Auffassung, dass hier nur mit dem Gesetz geholfen werden könne, weil Frauen generell wehrlos seien. Dieses Bild mag früher vorgeherrscht haben, heute jedoch nicht mehr. In der jüngeren Generation gibt es wohl wenige, die dies noch so sehen, insbesondere unter den Frauen. Im Gegenteil: Diejenigen, die sich ihr Erreichtes selbst erarbeitet haben, wollen sicherlich nicht als „Quotenfrau“ abgetan werden. Denn Negativbeispiele für solche gibt es zuhauf. – Von Richtschützinnen bei der Bundeswehr, denen die Kameraden aus Arbeitsschutzgründen Waffen und Munition hinterhertragen müssen bis zu den „Goldenen Röcken“ in Skandinavien, wo 70 Frauen dann in 300 Aufsichtsräten sitzen, um deren Frauenquoten zu erfüllen. Die JU Berlin hat im Frühjahr 2011 deshalb auf ihrer Landeskonferenz die Abschaffung jeglicher Frauenquoten gefordert. Vielmehr sollten die wahren Ursachen wie Kinderbetreuung und Arbeitszeiten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die JU wird sich dafür einsetzen, dass dies auch in Treptow-Köpenick klarer wird.

[04.01.2012]
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